15. Stopp: Cagliari


Gut zwei Drittel der Strecke rund um die Insel liegen hinter uns, wir durchqueren das Verkehrstrennungsgebiet im Golfo degli Angeli, vor der Inselhauptstadt Cagliari, sardisch: Casteddu.
Ein Containerschiff am Horizont ist ziemlich schnell in der Nähe und wir sehen zu, dass wir aus der Fahrrinne verschwinden. Aber wieso eigentlich? Cagliari hat theoretisch zwar einen Container-, einen Fähr- und einen Petrolchemie-Hafen – der Verkehr hält sich an diesem Samstag allerdings in Grenzen. Der Frachter ist das einzige Schiff im weiten Engelsgolf. So mancher Elbkapitän dürfte von dieser Ruhe und Leere irritiert sein. Der Frachter hat gestoppt, und wartet noch geduldig auf den Lotsen.
Also auch für uns keine Aufregung. Wir laufen mangels Wind schon geraume Zeit unter Motor, bergen das noch alibihaft-hoffnungsvoll und für die Bootsstabilität stehen gelassene Grosssegel, und fahren in aller Seelenruhe in Cagliari ein.
Der Hafen ist recht weitläufig, und wir machen erstmal ne kleine Rundfahrt. Auch, um beim schicken Portus Karalis mitten im Zentrum der Stadt mal nach nem Platz zu fragen. Die Fahrtenseglerhäfen sind gleich rechts an der äusseren Kaimauer entlang, im östlichen Teil des Hafenbeckens, und etwas „ab vom Schuss“, so dass man auch keinem Pott in die Quere kommt. Aber welchem Pott …?!
Egal, wir fahren zum Portus Karalis. Man ist dort ja eigentlich spezialisiert auf Megayachten, ab 18 bis 100 Metern steht im Prospekt … Bootn! misst niedliche 8,90 m …
Aber frech kommt weiter – man hat wider Erwarten tatsächlich einen feinen kleinen Liegeplatz für uns. Seit die ganz großen Yachten krisenbedingt ausbleiben, ist viel Platz im Porto, und auch ein kleines hübsches Bootn willkommen.
Für den Käptn Marc geht hier ein kleiner Traum in Erfüllung: auf dem eigenen Kiel mitten rein nach Cagliari! Er strahlt glücklich. Das scheint so gut wie eine Tüte Salzzeug zu sein 😉
Wir liegen quasi in „prima fila“ – Zaungäste können uns direkt ins Cockpit und in den Salon sehen.
Also wird die Assaje gleich von uns geputzt, das ganze Salz der letzten 25 Seemeilen muss runter und schön polieren.
Und dann … Cagliari! Geniale Stadt, das kann man nicht anders sagen. Apéro in der Bar an der Via Roma – wir backen in der Stadthitze, zahlen schmale acht Euro für Negroni + Campari zusammen! In der Hauptsaison gestaltet sich die Suche nach einem Restaurant etwas schwierig, aber letztlich finden wir im „L’oca bianca“, der weissen Gans, im Marina-Viertel einen Platz für zwei, mit richtig gutem, üppigen Futter.
Viele bestätigende Blicke heimsen wir in der Nacht, als wir im hölzernen Cockpit aneinander gekuschelt mit unserem alten Rum auf die Reise und dieses große Etappenziel anstoßen.
So geht Leben!

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